Vom Januar bis Dezember 2022 führen die Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) eine Verkehrserhebung im gesamten Verbundgebiet durch. Dabei werden die Fahrgäste zu ihrem Fahrausweis, Fahrtweg und -ziel im ÖPNV befragt. So werden Verkehrsdaten ermittelt, welche die Grundlage zur Aufteilung der Fahrgeldeinnahmen zwischen den Verkehrsunternehmen bilden.

Die Befragung dauert ca. 2 Minuten. Sie ist anonym und freiwillig. Die Befrager weisen sich den Fahrgästen gegenüber aus. Die Befrager tragen selbstverständlich FFP2-Masken und erfüllen die für den ÖPNV geltende 3G-Regel (geimpft, genesen oder aktuell getestet). Wir bitten unsere Fahrgäste, wenn möglich an der Befragung teilzunehmen, unabhängig vom benutzten Fahrausweis (d. h. auch Fahrgäste ohne Fahrausweis, zum Beispiel Freifahrer). Zählung und Befragung erfolgen mit Smartphones bzw. Tablets. Fahrgäste zeigen bitte Sie ihren Fahrausweis bzw. Ihr Handyticket vor, da der Befrager Informationen vom Fahrausweis abschreiben muss (genaue VBB-Tarifstufe, verkaufendes Verkehrsunternehmen, Preis).

Besonderheit VBB-fahrCard (elektronisches Ticket / Chipkarte):

Die benötigten Informationen sind nicht direkt auf der Karte aufgedruckt. Die Angaben zur VBB-Tarifstufe, zum verkaufenden Verkehrsunternehmen und ggf. zum Preis werden vom Befrager deshalb elektronisch vom Chip der Karte ausgelesen. Die dafür verwendeten Smartphones bzw. Tablets können mithilfe der dafür entwickelten Software nur die genannten Informationen auslesen.

Besonderheit Schülerverkehr:

Im Schülerverkehr werden auch die Schüler befragt. Auch hier erfolgt die Befragung völlig anonym. Es werden keine Adressdaten erhoben. Die Kinder sollten daher möglichst die Haltestellen benennen können, an denen sie ein- bzw. wieder aussteigen.

Warum wird trotz der anhaltenden Pandemielage erhoben?

Zum VBB gehören zurzeit 36 Verkehrsunternehmen, mit denen täglich mehrere Millionen Fahrgäste fahren. Im Schnitt zahlt jeder 11 Cent pro gefahrenen Kilometer, das sind rund 47 % der gesamten ÖPNV-Einnahmen. Der Rest wird durch öffentliche Zuschüsse finanziert. Selten werden Tickets allerdings bei dem Verkehrsunternehmen gekauft, mit dem später dann auch die komplette Strecke gefahren wird. Viele Fahrgäste steigen unterwegs um und nutzen auch das Angebot anderer Unternehmen. Um die Einnahmen der Fahrgelder je nach Verkehrsleistung gerecht zu verteilen, werden die Fahrgäste im VBB in der Regel alle drei Jahre in einer Verkehrserhebung befragt.

Die Verkehrserhebung war ursprünglich für das Jahr 2020 vorgesehen, musste jedoch wegen der massiven pandemiebedingten Einschränken in den Jahren 2020 und 2021 zweimal verschoben werden. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und die Verkehrsunternehmen benötigen dringend aktuellere Nachfragedaten. Die letzten vorliegenden Daten stammen aus dem Jahr 2016, und bilden das neue Verkehrsverhalten (Stichworte: Homeoffice, vermehrt digitale Kommunikation usw.) nicht mehr ab. Für die Einnahmenaufteilung ist nicht die absolute Nachfrage relevant, sondern das Verhältnis der Verkehrsunternehmen zueinander. Deshalb sind die Daten auch bei coronabedingt niedrigerem Fahrgastaufkommen verwendbar, solange die Einschränkungen alle Verkehrsunternehmen gleichermaßen betreffen.

Mit der Omikron-Variante haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Aktuell wird trotz stark steigernder Inzidenzwerte nicht mit einem erneuten allgemeinen Lockdown oder mit flächendeckenden Schulschließungen gerechnet. Gleichzeitig ist die weitere Entwicklung der Pandemielage nicht absehbar. Die Verkehrsunternehmen im VBB halten deshalb an der geplanten Verkehrserhebung fest.

Frühestmöglicher Starttermin für die Befragungen ist Samstag, der 22. Januar 2022. In den Winterferien pausiert die Erhebung, so dass es mit voller Kraft ab dem 5. Februar 2022 losgeht.